Eine Frau mittleren Alters mit Brille lehnt mit den Armen auf der Sofalehne und blickt nachdenklich zur Seite; sie sitzt in einem hellen Wohnzimmer und wirkt müde und in Gedanken.

Wenn alles dichter wird: Feinfühlig durch die Wechseljahre

Episode Nr. #169

06.01.2026

Mitten im Umbau: Wie du deine Wechseljahre nervensystemfreundlich gestaltest

Es gibt eine Phase im Leben, da fühlt sich alles „dichter“ an.

Der Schlaf ist nicht mehr verlässlich.
Kleine Geräusche nerven dich plötzlich.
Dein Geduldsfaden ist kürzer, dein Körper anders, deine Energie unberechenbar.

Und vielleicht denkst du dir leise:
„Ich war doch mal belastbarer. Was ist los mit mir? Bin ich jetzt einfach empfindlich geworden – oder werde ich verrückt?“

Wenn du feinfühlig, sensibel oder neurodivergent bist, kennst du dieses Gefühl wahrscheinlich besonders gut.
Und wenn das Ganze dann auch noch mit den Wechseljahren zusammenfällt – Perimenopause, Menopause, Postmenopause –, kann es sich anfühlen, als würde dein inneres System einmal komplett auf links gedreht.

In diesem Beitrag schauen wir uns gemeinsam an, warum diese Phase so herausfordernd sein kann, was dein Nervensystem damit zu tun hat – und wie du dir das Leben in dieser Zeit leichter machen kannst, statt dich selbst unter Druck zu setzen.

Was in den Wechseljahren passiert – in verständlich

Die Wechseljahre sind kein Schalter von „an“ auf „aus“.
Sie sind ein Prozess.

Vor der letzten Blutung (Menopause) beginnt die sogenannte Perimenopause:
Dein Körper stellt langsam seine Hormonproduktion um. Vor allem Östrogen und Progesteron schwanken – mal höher, mal niedriger, mal „normal“, mal gar nicht vorhersehbar.

Das kann u. a. bewirken:

  • unregelmäßige Zyklen

  • stärkere oder schwächere Blutungen

  • Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen

  • Schlafstörungen

  • Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Reizbarkeit

  • Konzentrationsschwierigkeiten, „Brain Fog“

Klingt nach viel?
Ist es auch.

Und jetzt kommt das Entscheidende:
Wenn dein Nervensystem sowieso fein eingestellt ist, spürst du diese Veränderungen oft früher, intensiver und vielschichtiger als andere.

Es ist dann nicht einfach nur ein „bisschen anstrengender“,
sondern eher:

„Ich erkenne mich selbst nicht wieder.“

Warum sich alles lauter anfühlt, wenn du feinfühlig bist

Vielleicht hast du dich schon vor den Wechseljahren als „viel“ erlebt:

  • viele Gedanken

  • viele Gefühle

  • viele Wahrnehmungen gleichzeitig

  • hohe Verantwortung, hoher Anspruch an dich selbst

Du hast Strategien entwickelt, um damit zurechtzukommen:
Routinen, Pausen, Rückzug, vielleicht auch ein bisschen Masking im Job.

Wenn jetzt die hormonellen Veränderungen dazukommen, fühlt es sich für dein System an, als würde jemand an mehreren Reglern gleichzeitig drehen:

  • du schläfst schlechter – dein Nervensystem kann sich nachts schlechter regulieren

  • deine Stresstoleranz sinkt – Dinge, die früher gingen, bringen dich jetzt an deine Grenzen

  • Reize treffen dich stärker – Geräusche, Licht, Durcheinander, Social Media, ständige Erreichbarkeit

Viele Frauen sagen Sätze wie:

„Ich kann plötzlich nichts mehr ab.“
„Ich war früher so belastbar – jetzt haut mich jeder Pups um.“
„Ich bin nicht mehr die Alte.“

Die Wahrheit ist:
Du bist nicht mehr die Alte.
Dein Körper und dein System sind im Umbau.

Und ja – das kann Angst machen.
Aber es bedeutet nicht, dass mit dir „etwas nicht stimmt“.
Es bedeutet, dass du in einer Phase bist, in der du mehr Begleitung und andere Rahmenbedingungen brauchst.

Alltagsszenen, in denen du es besonders merkst

Manchmal hilft es, konkrete Situationen anzuschauen, um zu verstehen:
„Ah, deshalb reagiere ich so.“

Im Job oder Business

  • Du kommst aus einem zweistündigen Meeting und fühlst dich, als hättest du eine Nachtschicht hinter dir.

  • Du kannst dich schlechter fokussieren, brauchst länger für Entscheidungen.

  • Nach einem Tag mit vielen Terminen bist du abends nicht „angenehm müde“, sondern innerlich leer und gereizt.

Im Familienalltag

  • Geräusche, die früher okay waren, sind jetzt kaum auszuhalten: Kinderspiel, Musik, Küchengeräusche, Fernseher im Hintergrund.

  • Du reagierst schneller genervt, vielleicht auch mal schärfer, als du möchtest, und bekommst danach Schuldgefühle.

  • Du hast weniger Kapazität, allen gleichzeitig gerecht zu werden.

In Beziehungen

  • Gespräche über Zukunft, Veränderungen oder Konflikte fallen dir schwerer, weil du innen schon voll bist.

  • Du spürst klarer, wenn du über deine Grenzen gehst – weißt aber nicht immer, wie du das gut formulieren kannst.

  • Vielleicht taucht auch Traurigkeit auf: um die Frau, die du „früher“ warst, um die Energie, die du mal hattest.

Wenn du dich darin erkennst:
Du bist nicht allein.
Das ist kein persönliches Versagen, sondern Ausdruck davon, dass dein System sehr viel leisten muss.

Was dir jetzt gut tun kann – kleine Schritte mit großer Wirkung

Du brauchst in dieser Phase keinen Perfektionsplan.
Was du brauchst, sind freundliche, realistische Anpassungen, die zu dir passen.

1. Schlaf & Rhythmus – dein Fundament

Schlaf ist oft das Erste, was leidet – und gleichzeitig die Grundlage für alles.

Fragen, die du dir stellen kannst:

  • Wann gehe ich wirklich ins Bett – nicht „wann wäre es schön“, sondern: was ist ehrlich?

  • Was könnte ich in der letzten Stunde vor dem Schlafen weglassen (z. B. doomscrollen, schwere Mails, Serien bis kurz vor Mitternacht)?

  • Was könnte ich hinzufügen, das mir beim Runterfahren hilft? (Tee, Lesen, leise Musik, ein paar tiefe Atemzüge, warm duschen)

Es muss keine perfekte Routine sein.
Schon 10–15 % mehr Freundlichkeit in dieser Stunde machen einen Unterschied.

2. Reizmanagement – dein Nervensystem entlasten

In Umbruchphasen ist dein Reizfass schneller voll.
Das ist keine Schwäche, das ist Physik.

Mögliche Mikro-Schritte:

  • Termine entzerren – lieber etwas mehr Puffer zwischen Meetings

  • ein bis zwei „leichtere“ Tage in der Woche, ohne schwere Themen, soweit möglich

  • wo es geht: Geräusche reduzieren (Kopfhörer, Türen zu, bewusste stille Zeiten)

  • digitale Pausen – zwischendurch 5–10 Minuten ohne Bildschirm

Du kannst dir fragen:
„Wo ist heute eine Stelle, an der ich eine Reizquelle rausnehmen oder leiser stellen kann?“

3. Deinen Körper von innen unterstützen

Dein Körper braucht in dieser Phase gute Bausteine – für Hormone, Nervensystem und Energie.

Dazu gehören u. a.:

  • regelmäßige Mahlzeiten, die dich nicht komplett in den Blutzucker-Achterbahnmodus schicken

  • genügend Eiweiß, gesunde Fette, buntes Gemüse

  • ausreichend trinken (Wasser, Kräutertee)

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, mit einem gezielten Mikronährstoffkonzept zu arbeiten, das speziell für Frauen in dieser Lebensphase entwickelt wurde – mit Vitaminen, Mineralstoffen und Pflanzenstoffen, die dich z. B. bei Energie, Schlaf, Stimmung und hormonellem Gleichgewicht unterstützen.

Ich arbeite in meiner Begleitung mit einem Women+-Konzept, das genau darauf ausgerichtet ist. Das ersetzt keine ärztliche Behandlung, kann aber eine wertvolle Ergänzung sein.

Wichtig:
Wenn du Medikamente nimmst oder starke Beschwerden hast, sprich Nahrungsergänzung bitte immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

4. Alltag & Arbeit „wechseljahreskompatibel“ gestalten

Du musst nicht alles von heute auf morgen umkrempeln.
Aber du darfst ehrlich hinschauen:

  • Welche Aufgaben fressen gerade unverhältnismäßig viel Energie?

  • Welche Termine sind „muss“, welche sind „eigentlich könnte das auch anders oder später sein“?

  • Wo könntest du delegieren, verschieben, abspecken?

Vielleicht heißt das:

  • nur einen Launch im Jahr statt drei

  • weniger Abendtermine

  • Fokusblöcke zu deiner besten Tageszeit

  • klare Kommunikationsgrenzen („Ich antworte nicht mehr sofort auf alles“)

Es geht nicht darum, klein beizugeben.
Es geht darum, langfristig handlungsfähig zu bleiben – mit dir im Boot.

Du musst da nicht alleine durch – mein Weg & wie ich dich begleiten kann

Ich weiß, wie sich diese Phase anfühlen kann.
Nicht aus Büchern, sondern aus meinem eigenen Körper.

Ich kenne die Nächte, in denen der Kopf Karussell fährt.
Die Tage, an denen du viel zu früh müde bist.
Die Momente, in denen du denkst:
„Ich kann nicht mehr so tun, als wäre alles wie früher.“

Ich habe selbst erlebt, wie viel sich verändert, wenn du:

  • deinen Körper und dein Nervensystem ernst nimmst

  • deine Ernährung und Mikronährstoffe bewusst anpasst

  • deinen Alltag so strukturierst, dass du mit deinen Ressourcen haushalten darfst

  • und dir erlaubst, Unterstützung anzunehmen

Heute habe ich einen Rhythmus gefunden, der zu mir jetzt passt.
Ich fühle mich nicht jeden Tag wie ein Wellness-Prospekt – aber ich fühle mich wieder mehr bei mir. Stimmiger. Stabiler.

Und ich begleite Frauen genau in dieser Phase, damit sie diesen Weg nicht alleine gehen müssen.

In 12 Wochen zu mehr Stabilität in deinem neuen Rhythmus

Wenn du dich wieder erkennst und spürst:
„Ich will da raus aus diesem Dauer-Ausnahmezustand“,
dann lade ich dich ein, dich bei mir zu melden.

In meiner 12-Wochen-Begleitung für Frauen in den Wechseljahren schauen wir gemeinsam auf:

  • deinen aktuellen Alltag (Arbeit, Familie, mentale Last, Reize)

  • dein Nervensystem und dein Energieprofil

  • deine Ernährung und wie wir sie so anpassen können, dass sie dich trägt statt zusätzlich stresst

  • eine sinnvolle Women+-Mikronährstoffunterstützung, die zu dir passt

  • konkrete Strukturveränderungen, mit denen du wieder mehr Stabilität und Wohlgefühl in deinen Rhythmus bringst

Ziel ist nicht, „wieder wie früher“ zu sein.
Ziel ist, dass du sagen kannst:

„Ich verstehe, was mit mir passiert.
Ich kenne meine Stellschrauben.
Und ich habe wieder mehr das Gefühl, in meinem eigenen Leben anzukommen.“

Die Begleitung ist individuell und die Plätze sind begrenzt, weil ich nah und persönlich arbeiten möchte.

Wenn du mehr erfahren möchtest:

Erzähl mir kurz, wo du gerade stehst,
und wir schauen gemeinsam, ob und wie diese 12 Wochen dir helfen können.

Zum Schluss möchte ich dir noch etwas mitgeben:

Du bist nicht „zu empfindlich“.
Du bist eine Frau in einer massiven Umbruchphase – körperlich, hormonell, emotional.

Du darfst dir erlauben, es dir leichter zu machen.
Du darfst dir Unterstützung holen.
Und du darfst einen Rhythmus finden, in dem du dich wieder wohler mit dir selbst fühlst.

Nicole Führing
Nicole Führing | Expertin für HSP & Scanner | Endlich. Selbst. Werden.