

Diese Podcastfolge ist Teil der Themenwelt Hochsensibilität. Auf der Übersichtsseite zu Hochsensibilität findest du weitere Beiträge, Podcastfolgen und praktische Tipps, wie du als hochsensibler Mensch deinen Alltag leichter gestalten kannst.
Warum ein Orientierungsgespräch dir die Angst vor dem nächsten Schritt nehmen kann
Es gibt diesen einen Satz, der sich richtig schwer anfühlt:
„So wie es gerade ist, soll es beruflich nicht bleiben – aber ich weiß nicht, wie es anders gehen kann.“
Vielleicht kennst du das.
Du bist müde vom Funktionieren, von Rollen, die nicht mehr zu dir passen, von einem Job, der an deinen Nerven, deiner Gesundheit oder deiner Kreativität zerrt.
Gleichzeitig ist da dieser Druck: „Ich sollte dankbar sein. Ich hab doch Arbeit. Andere sind viel schlimmer dran.“
Und irgendwo in dir gibt es eine leise Stimme, die flüstert:
„Da geht noch mehr, aber ich trau mich nicht.“
Genau hier haken viele Angebote ein und rufen:
„Buche jetzt dein Klarheitsgespräch! Dein Durchbruch! Deine Business-Transformation!“
Nur:
Wenn du feinfühlig bist, Scanner-Persönlichkeit, vielleicht neurodivergent, dann löst sowas oft eher Stress aus als Erleichterung.
Denn schon vor diesem ersten Gespräch schießen Gedanken los wie:
„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“
„Ich hab Angst, in ein Verkaufsgespräch zu geraten.“
„Vielleicht bin ich noch gar nicht so weit.“
In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen,
was ein Orientierungsgespräch bei mir bedeutet –
und warum es kein Test und kein Funnel ist,
sondern ein Raum, in dem du erstmal sein darfst.
Für viele Menschen ist berufliche Orientierung relativ linear:
Was kann ich?
Was bringt Geld?
Was ist der nächste logische Schritt?
Fertig.
Für dich ist es wahrscheinlich anders.
Vielleicht ist es bei dir eher so:
Du hast viele Interessen – Coaching, Schreiben, Design, Tiere, Natur, Menschen, Technik…
Du bist vielleicht selbstständig (oder auf dem Weg dahin) und jonglierst mit verschiedenen Angeboten.
Du merkst, dass dein aktueller Job oder deine Aufstellung nicht mehr passt, aber die Alternative fühlt sich noch wie eine Nebelwand an.
Deine Sensibilität oder dein neurodivergentes Nervensystem machen „normale“ Arbeitskontexte anstrengender, lauter, energieraubender.
Und dann kommen noch ein paar Bonus-Gedanken dazu:
„Ich will niemandem zur Last fallen.“
„Andere brauchen Hilfe viel dringender als ich.“
„Ich sollte das doch alleine hinkriegen.“
„Was, wenn ich mich falsch entscheide und es bereue?“
Berufliche Orientierung ist für sensible Menschen selten nur eine Frage von Kompetenzen.
Es geht um:
Energie
Werte
Grenzen
Nervensystem
Identität
Also um alles, was dich als Mensch ausmacht.
Kein Wunder, dass ein „kurzes Klarheitsgespräch“ sich da manchmal eher nach Prüfung als nach Entlastung anfühlt.
Lass uns ehrlich sein:
Viele von uns haben keine guten Erfahrungen mit „kostenlosen Gesprächen“ gemacht.
Was häufig befürchtet wird:
ein versteckter Sales-Call, der als „Beratung“ getarnt ist
manipulativer Druck am Ende („Dieses Angebot gibt es nur heute in dieser Form…“)
ein Gespräch, in dem du mit deinen Themen „funktionieren“ musst
oder das Gefühl: „Ich bin ein Lead, kein Mensch.“
Hinzu kommt das, was vor allem sensible Menschen oft denken:
„Ich kann mich doch nicht eine Stunde lang nur um mich drehen.“
„Ich weiß gar nicht, wie ich das alles in Worte fassen soll.“
„Was, wenn ich anfange zu weinen?“
„Was, wenn sie sagt, dass ich übertreibe?“
Wenn du mit solchen Gedanken auf ein Orientierungsgespräch schaust, ist klar, warum du zögerst.
Deshalb möchte ich dir im nächsten Schritt zeigen,
wie ich diesen Raum verstehe –
und was bei mir nicht passiert.
Stell dir vor, du hast einen Termin bei mir gebucht.
Was begegnet dir dann?
Wir starten nicht mit:
„So, jetzt erzählen Sie mal strukturiert Ihr Problem.“
Sondern eher so:
„Wie geht es dir gerade, wirklich?“
„Was hat dich zu mir geführt?“
„Was ist der Gedanke, der am lautesten ist, wenn du an deine berufliche Situation denkst?“
Du darfst nervös sein.
Du darfst sagen: „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“
Du darfst stocken, lachen, weinen, schweigen.
All das ist okay.
Dann sortieren wir ein bisschen:
Wo stehst du gerade beruflich?
Was frisst dir am meisten Energie?
Wo fühlst du dich eingeengt, wo überfordert, wo unterfordert?
Welche Rahmenbedingungen machen dir das Leben schwer (z. B. Reizpegel, Arbeitszeiten, Menschen, Rollen)?
Du musst das nicht vorher in schöne Stichpunkte packen.
Dafür bin ich da.
Ich frage dich zum Beispiel:
„Wie hättest du es gerne – wenn du alles einmal laut denken dürftest?“
„Wonach sehnt sich dein Arbeitsalltag?“
„Was würdest du gerne nicht mehr müssen?“
Oft kommen dann Sätze wie:
„Ich will morgens nicht mehr mit Bauchweh zur Arbeit gehen.“
„Ich will mich nicht mehr dauernd verstellen müssen.“
„Ich möchte, dass mein Wissen und meine Sensibilität endlich Sinn machen.“
Du musst nicht wissen, wie du da hinkommst.
Es reicht, wenn du ehrlich sagst, wohin es ziehen könnte.
Ich bringe dann mein Wissen und meine Erfahrung ein:
Was hat das mit deiner Sensibilität zu tun?
Wo spielt dein Scanner-Sein eine Rolle?
Wo wirkt vielleicht auch Neurodivergenz (z. B. AD(H)S-ähnliche Muster, Overload, Rejection Sensitivity)?
Hier erlebst du oft den ersten Entlastungs-Moment:
„Ach so – ich bin nicht einfach nur zu empfindlich oder zu unentschlossen.
Das ist ein Muster, das Sinn macht.“
Am Ende des Gesprächs geht es nicht darum, dir ein Produkt überzustülpen,
sondern darum, dir Optionen zu zeigen:
Was könntest du als Nächstes tun, ganz egal, ob wir zusammenarbeiten oder nicht?
Wie könnte ein Coaching mit mir aussehen, wenn du möchtest?
Oder: Könnte meine Ausbildung zur Coach:in für Hochsensible & Scanner für dich spannend sein, wenn dich diese Arbeit ruft?
Ich sage dir auch klar, wenn ich denke:
„Ich bin nicht die Richtige für dich.“
oder
„Vor Coaching wäre vielleicht erst ein anderer Schritt wichtig.“
Ganz wichtig:
Du musst nicht am Ende des Gesprächs sagen:
„Ja, ich buche jetzt sofort.“
„Ja, ich mache die Ausbildung.“
Du darfst sagen:
„Ich möchte das in Ruhe sacken lassen.“
Mir ist lieber, du entscheidest in Klarheit,
als dass du aus Druck heraus ja sagst und dein System sofort in Widerstand geht.
Ein paar Sätze, die ich oft höre:
„Ich bin noch nicht weit genug, um mit dir zu sprechen.“
Doch.
Du bist weit genug, sobald du merkst:
„So, wie es ist, möchte ich es nicht lassen.“
Der Rest ist unser gemeinsamer Job.
„Ich hab Angst, dass du mich überredest.“
Ich arbeite nicht mit Druck.
Ich will, dass du aus einem inneren Ja heraus kommst – nicht aus schlechtem Gewissen oder aus Angst, etwas zu verpassen.
„Ich weiß nicht, ob ich mich gut erklären kann.“
Du musst keine Präsentation halten.
Ich stelle dir Fragen und helfe dir, deine Gedanken aufzufädeln.
„Was, wenn ich im Gespräch weine?“
Dann weinst du.
Tränen sind bei mir kein Projektfehler, sondern ein Zeichen, dass wir an etwas Wichtigem sind.
Das Orientierungsgespräch ist nicht nur dein Raum,
es ist auch meiner.
Ich nutze ihn, um zu spüren:
Kann ich dir mit dem, was ich kann, wirklich helfen?
Passt deine Art, die Welt zu erleben, zu meiner Art zu arbeiten?
Passen unsere Erwartungen aneinander?
Ich möchte nicht mit Menschen arbeiten,
für die ich nicht die Richtige bin.
Das Gespräch ist also eine gegenseitige Orientierung:
Du prüfst: „Fühle ich mich gesehen, verstanden, sicher genug?“
Ich prüfe: „Bin ich die passende Begleiterin für dich – oder wäre etwas anderes hilfreicher?“
Wenn du beim Lesen gemerkt hast:
„Ja, dieses Wie soll es beruflich weitergehen? sitzt gerade tief.“
„Ich will da raus aus diesem dauernden Ich weiß nicht….“
„Ich hätte gern jemanden, der sowohl meine Sensibilität als auch meine Scanner-Seite versteht.“
… dann könnte dein nächster Schritt genau dieses Orientierungsgespräch sein.
Es ist:
kostenfrei
unverbindlich
und ein geschützter Raum, in dem du nicht funktionieren musst
Wir schauen gemeinsam:
Wo stehst du – beruflich, energetisch, emotional?
Was sind deine dringendsten Baustellen – und was deine leisen Sehnsüchte?
Wie könnte ein Weg aussehen, der zu dir passt – ob mit Coaching, Ausbildung oder einem anderen Setting?
Wenn du magst, buch dir deinen Termin über meine Website
oder schreib mir eine E-Mail mit ein paar Zeilen zu dir.
Du musst nicht erst „perfekt klar“ sein, um Hilfe anzunehmen.
Klarheit ist nicht die Eintrittskarte –
sie ist das, was auf dieser Reise entstehen darf.
Vielleicht ist es Zeit, dass wir uns nicht nur über Kopfhörer,
sondern von Mensch zu Mensch begegnen.
Aktualisiert am 23.01.2026