Hochsensibilität

Stärken erkennen: So findest Du Deine Begabungen als HSP oder Scanner

Episode Nr. #013

06.12.2022

Eine minimalistische Anleitung, wie Du Deine Begabungen und Stärken erkennst

Scanner

Diese Podcastfolge ist Teil der Themenwelt Scanner. Auf der Übersichtsseite zu Scanner findest du weitere Beiträge, Podcastfolgen und praktische Tipps, wie du als vielseitiger Mensch deinen Alltag leichter gestalten kannst.

Nicole · Frau Sensibel · 9 Min. Lesezeit

Scanner-Persönlichkeiten haben oft die Herausforderung, all ihre Talente, Ideen und Projekte unter einen Hut zu bekommen. Auch Hochsensiblen fällt es oft schwer, ihre Begabungen und Stärken anzuerkennen, Ideen auszuleben und umzusetzen.

Immer wieder fragen mich meine Klient:innen: Wie finde ich denn heraus, was ich wirklich will, oder was ich gut kann?

Ich stelle dann immer die Frage: Was machst du denn gerne?

Ein typisches Gespräch

Wenn ich das Gespräch mit einem Klienten nachstellen würde, dann würde er vielleicht einige Sachen aufzählen und gleich sagen: „Das sind aber nur meine Hobbys, oder? Davon kann man doch nicht leben. Und das wäre ja schön, den ganzen Tag dies oder das zu tun, aber das ist ja auch kein richtiger Beruf.“

Dann frage ich: Wer sagt das? Woher kannst du das wirklich wissen?

Die meisten kennen vielleicht auch schon die Fragestellung von Byron Katie.

Erste Frage: Ist das wirklich wahr? Ist es wirklich wahr, dass es nur ein Hobby ist? Könnte man daraus vielleicht auch einen Beruf machen? Ist es wirklich wahr, dass du davon nicht leben kannst? Und ist es wirklich wahr, dass es keine Arbeit sein kann, wenn du den ganzen Tag etwas Schönes tust?

Zweite Frage: Wie kannst du wissen, dass es wirklich wahr ist?

Dann kommen wieder diese Vorwände. Nach dem Motto: Ja, aber das ist in der Gesellschaft nicht anerkannt, das hört man doch überall, das funktioniert doch nicht. Da kommt etwas Ähnliches bei rum, was viele Scanner-Persönlichkeiten auch immer wieder erleben: dass du dich doch am Markt positionieren musst, dass du doch nicht 1000 Ideen und 1000 Wünsche und 1000 Projekte haben kannst.

Und auch da frage ich: Kannst du sicher sein, dass das wirklich wahr ist? Dann sehe ich nur noch Fragezeichen im Gesicht, und erhalte die nächste Frage: „Na ja, aber wie komme ich denn jetzt wirklich an meine Begabungen und Stärken? Wie kann ich erkennen, was ich wirklich machen will?“

Dann frage ich gerne: „Worüber unterhältst du dich denn gerne?“ Verklärter Blick, fragend: „Na ja, aber auch das sind doch nur Hobbys.“ Wenn man sich über etwas stundenlang unterhalten kann, ohne sich selbst zu langweilen, dann ist das schon mal ein guter Ansatz.

Mach dir klar

→ Was sind deine echten Interessen?

→ Wofür interessierst du dich bei der Arbeit oder in deiner Freizeit?

→ Was würdest du am liebsten den ganzen Tag tun?

Wenn du jetzt sagst, du tust etwas, das du vielleicht gar nicht gerne tust, was deinen Bedürfnissen und Erfahrungen gar nicht entspricht, dann mach dir bewusst, warum:

weil man das ja so macht

weil ich die Sicherheit brauche

weil ich meine Miete bezahlen muss

Zeit für mich
Lass dein Umfeld wissen, dass du gerade eine Auszeit nimmst.

Dann frage ich dich jetzt erneut: Was tust du wirklich gerne? Wie du das herausfindest? Was sind deine Begabungen, deine Stärken? Was ist das, was du wirklich immer tun willst?

Konzentriere dich auf deine Interessen. Wofür interessierst du dich bei deiner Arbeit, in deiner Freizeit? Wenn die Arbeit dich nicht interessiert, dann weißt du schon mal, was du nicht machen willst.

Tipp: Schreib dir auch mal alles auf, was du nicht tun möchtest, vielleicht mit einer kurzen Begründung dazu. Gerade Hochsensible können viele Situationen gar nicht so gut aushalten. Nimm deine Bedürfnisse auch hier wahr, und mach dir eine „Not-to-do-Liste“:

→ Was will ich nicht machen (arbeitstechnisch, privat)?

→ Was liegt mir nicht?

→ Wo habe ich gar keine Begabung für?

Erkenne an, was nicht deins ist. Dann eine zweite Liste: Was mache ich gerne? Wofür? Womit verbringe ich gerne meine Zeit? Was ist mir wichtig? Was möchte ich in keinem Fall verpassen?

Wenn du dir diese Fragen aufschreibst und die Antworten notierst, ist das der erste Schritt. Spür immer mal wieder rein. Vielleicht lässt du manche Sachen auch mal wieder weg, oder du schreibst am nächsten Tag weiter, weil dir gerade nichts mehr einfällt.

Nimm dir einfach mal zehn Minuten am Tag Zeit, und schreib auf, worauf du so richtig Bock hast, was dich richtig interessiert. Dann wirst du bei den verschiedenen Fragen verschiedene Antworten haben. Es werden sich Phrasen, bestimmte Worte, Redewendungen wiederholen. Das ist schon ein gutes Erkennungszeichen dafür, wo deine Interessen, vielleicht auch deine Begabungen und Stärken liegen.

Dann kannst du daraus eine Art Plan machen. Vielleicht fallen dir auch genau dazu Projekte oder Ideen ein, die du umsetzen möchtest. Die kommen dann auf deine Ideenliste.

Wäge ab, was du als Nächstes angehst. Wenn dir etwas nicht guttut, das du schon probiert hast, hak es auch schnell wieder ab. Nichts ist schlimmer, als ewig an einer Sache hängenzubleiben, die keinen Spaß macht, nur um sie beenden zu wollen.

Das ist auch wieder ein Thema von Scanner-Persönlichkeiten. Sie zwingen sich oft, Dinge zu beenden, weil sie es sonst nicht schaffen. Davon kann ich nur abraten. Es ist auch eine Stärke zu sagen: „Ich habe schnell erkannt, dass ich dies oder das gar nicht möchte.“ Dann hau ab und streich es von deiner Liste. Dann kommt das nächste Projekt.

So wirst du immer mehr lernen:

  was dir liegt

  wo deine Begabungen liegen

  was du gerne tust

  welche Stärken sich daraus vielleicht entwickeln

Und wenn du immer wieder Dinge tust und ausprobierst, die du gerne tust, dann fühlst du dich auch wohl.

Für die Hochsensiblen

Einfach noch mal der Impuls: Erkenne deine Gefühle an. Achte auf dein Bauchgefühl. Wenn du nicht mehr so richtig weißt, wie du auf deine Intuition achten sollst, empfehle ich dir den Artikel über Emotionale Intelligenz.

Hör in dich rein und spür auch in dich hinein. Wenn du wahrnimmst:

„Ach nee, das ist irgendwie nur so eine Idee, die ich von außen oktroyiert bekommen habe.“

„Die wurde mir irgendwie auferlegt.“

„Meine Mutter war immer der Meinung, dass ich sehr kreativ bin, und deswegen soll ich jetzt was Kreatives machen.“

Wenn du feststellst, dass du eher nicht kreativ bist, dann gestehe dir das ein und sag ab. In dem Moment wird es noch freier. Ab dem Moment bist du klarer bei dir. Du kannst es besser anerkennen, und dann wirst du auch Dinge umsetzen und erkennen, die dir Spaß machen.


Zusammenfassung

1.  Stell dir die Fragen: Worüber unterhältst du dich gerne? Was sind deine echten Interessen? Wie verbringst du am liebsten deine Zeit?

2.  Beantworte sie immer mal wieder und schau: Welche Parallelen haben die verschiedenen Antworten?

3.  Erstelle dir daraus eine Liste, was du wirklich machen möchtest. Probiere es aus. Wenn es nicht funktioniert, brich ab und geh das nächste Thema an.

So wirst du deine Begabungen und Stärken erkennen.

Fazit: Achte auf dein Bauchgefühl und nicht auf das, was andere dir sagen.

Deine Sprache, deine Werte, dein Bauchgefühl weisen dir schon den Weg.

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Nicole Führing
Nicole Führing | Expertin für HSP & Scanner | Endlich. Selbst. Werden.
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