Podcast · Folge 205

Bin ich hochsensibel oder habe ich ADHS?

Hochsensibilität und ADHS können sich ähnlich zeigen. Erfahre, worin sie sich unterscheiden, gemeinsam auftreten können und wann eine fachliche Abklärung sinnvoll ist.

Gegenüberstellung von Hochsensibilität und ADHS: links eine entspannte Frau mit Kaffeetasse, rechts eine Frau am Schreibtisch mit wirbelnden Gedankenlinien, in der Mitte ein durchgestrichenes Gleichheitszeichen

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Hochsensibilität

Du sitzt im Büro, um dich herum ist eigentlich nichts Dramatisches los, und trotzdem fühlst du dich innerlich völlig überflutet. Gleichzeitig hast du drei Dinge gleichzeitig angefangen und weißt nicht mehr, wo du eigentlich losgelegt hast. Ist das Hochsensibilität? Oder steckt da vielleicht ADHS dahinter? Diese Frage hören wir immer wieder – und sie verdient eine ehrliche, differenzierte Antwort.

Was Hochsensibilität wirklich bedeutet

Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, kein Befund. Es beschreibt, wie gründlich und tief dein Nervensystem Reize verarbeitet: Du nimmst mehr wahr und verarbeitest Eindrücke tiefer. Dadurch bist du schneller erschöpft, aber oft auch besonders feinfühlig. Dafür gibt es keine ärztliche Diagnose, weil es keine Störung ist, sondern eine Variante, wie ein Nervensystem arbeitet. Wenn du die Merkmale genauer einordnen möchtest, findest du in „Bin ich hochsensibel? Woran du es im Alltag wirklich erkennst“ eine ausführliche Orientierung.

Was ADHS wirklich bedeutet

ADHS ist eine anerkannte neurologische Diagnose. Im Zentrum steht nicht die Reizverarbeitung, sondern die Regulation von Aufmerksamkeit und Impulsen: die Konzentration auf einer Sache halten, besonders bei wenig reizvollen Aufgaben, und Impulse steuern, bevor sie in Handlung übergehen. Weil es eine Diagnose ist, kann sie nur eine Fachperson nach gründlicher Untersuchung stellen – kein Test und kein Podcast kann das leisten.

Es geht also nicht darum, dich in eine einzige Schublade zu stecken. Es geht darum, besser zu verstehen, was bei dir gerade passiert.

Drei Fragen, die dir erste Klarheit geben

Diese Fragen ersetzen keine fachliche Abklärung, geben dir aber eine erste Richtung.

Wenn du deine Aufmerksamkeit im Alltag bewusster auf eine Aufgabe lenken möchtest, findest du im Fokus-Anker für mehr Klarheit und Konzentration eine einfache Übungsidee. Sie ersetzt keine fachliche Abklärung, kann dir aber beim Sortieren deiner nächsten Aufgabe helfen.

Wann sich eine fachliche Abklärung lohnt

Wenn du nach diesen Fragen unsicher bleibst oder dich vieles in der ADHS-Beschreibung wiederfindest, ist der nächste sinnvolle Schritt eine Abklärung bei einer Ärztin oder einem Psychotherapeuten mit Spezialisierung auf ADHS bei Erwachsenen. Das ist kein Umweg, sondern der direkteste Weg zu echter Klarheit.

Wenn sich bei dir vieles eher nach der hochsensiblen Seite anfühlt, kannst du meinen Hochsensibel-Test als erste, fundierte Einordnung nutzen. Auch dieser Test ersetzt keine Diagnose.

Und wenn dir vor allem Struktur fehlt, um deinen Tag klarer zu sortieren, kann dir der Coaching-Kalender Klare Kante dabei helfen.

Was mir bei diesem Thema besonders wichtig ist: Egal, was am Ende dabei herauskommt, du bist damit nicht kaputt, komisch oder zu empfindlich. Dein Nervensystem funktioniert einfach anders als bei vielen Menschen um dich herum – und deshalb brauchst du andere Wege, durch deinen Alltag zu kommen.

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