Du fühlst dich überfordert im Job und kommst abends völlig leer nach Hause. Vielleicht sagst du noch zu einer Aufgabe Ja, obwohl du schon müde bist. Oder du fühlst dich für Probleme im Team verantwortlich und kannst nach Feierabend schwer abschalten.
Woher kann Überforderung im Job kommen?
Eine hohe Arbeitslast oder Konflikte am Arbeitsplatz können dich überfordern. Wenn die Erschöpfung anhält oder du dich auch in Ruhe kaum erholst, lass sie ärztlich abklären. Diese Folge hilft dir, deinen Umgang mit Aufgaben und Verantwortung zu betrachten; sie ersetzt keine medizinische Abklärung.
Auch Hochsensibilität kann bei deiner Überforderung eine Rolle spielen. In dieser Folge geht es um den inneren Druck, Ja zu sagen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Wie du mit Reizüberflutung im Job umgehst, hörst du in Folge 133: Zu viel, zu laut, zu schnell.
Du möchtest typische Merkmale bei dir einordnen? Der kostenlose Hochsensibel-Test mit 30 Fragen gibt dir eine erste Selbsteinschätzung. Weitere Beiträge findest du im Guide zu Hochsensibilität.
Wenn Erschöpfung keinen Grund zu haben scheint
Du prüfst deinen Tag im Kopf noch mal durch und findest keine Erklärung. Kein Konflikt, kein Vorfall, kein Zeitdruck, der objektiv außergewöhnlich gewesen wäre. Trotzdem ist da diese bleierne Leere. Bei vielen Hochsensiblen hat diese Erschöpfung wenig mit den Reizen im Büro zu tun, dem Lärm, dem Licht, den vielen Stimmen gleichzeitig. Sie entsteht woanders: innerlich, durch den ständigen Anspruch, mehr zu leisten und mehr aufzufangen, als eigentlich in einem Arbeitstag steckt.
Warum gerade Hochsensible so oft über ihre Grenze gehen
Wer hochsensibel ist, verarbeitet Eindrücke tiefer und gründlicher. Das gilt auch für Aufgaben: Du denkst sie nicht nur ab, du denkst sie durch, mit allen Eventualitäten und allen Menschen, die davon betroffen sein könnten. Dazu kommt ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, der dich fast automatisch mitverantwortlich fühlen lässt, wenn im Team etwas schiefläuft. Und ein starkes Harmoniebedürfnis, das ein Nein mehr Überwindung kostet als ein weiteres Ja. Diese Eigenschaften machen deine Arbeit oft besonders wertvoll. Sie machen sie aber auch anstrengender, weil du selten wirklich fertig bist mit einer Sache, bevor du zur nächsten übergehst.
Der Unterschied, der vieles verändert
Genau diese Unterscheidung ist der Hebel: Ist das gerade wirklich meine Aufgabe, oder übernehme ich es, weil ich das Gefühl von Überforderung bei jemand anderem nicht aushalte? Diese Frage allein schafft schon Abstand zum automatischen Ja. Ein einziger Satz reicht oft, um dir diesen Abstand zu verschaffen: "Lass mich kurz draufschauen, ich melde mich gleich."
Wenn es nicht nur ein Muster ist
Manchmal steckt hinter dieser Überforderung noch etwas Größeres: das leise Gefühl, dass die Rolle oder der Job an sich nicht mehr zu dir passt, und dass du dich Tag für Tag verbiegst, um zu funktionieren. Wenn das bei dir mitschwingt, ist das ein guter Moment, genauer hinzuschauen. Was ein erstes Gespräch dazu mit mir bedeutet und wie es abläuft, erzähle ich ausführlich in Folge 171.
In meiner Frau-Sensibel-Community auf community.frausensibel.de gibt es aktuell einen wöchentlichen Self-Check-in mit Impulskarte und drei Wochen-Challenges, mit denen du dranbleiben kannst. Die ersten hundert Plätze sind dauerhaft kostenfrei.
