Podcast · Folge 204

Wenn der Job dich auffrisst: Warum Hochsensible sich im Beruf so oft überfordert fühlen

Du bist beruflich erfolgreich und trotzdem ständig erschöpft? Warum viele Hochsensible sich im Job überfordert fühlen, obwohl objektiv gar nicht so viel ansteht – und was wirklich hilft.

Erschöpfte Frau sitzt am Schreibtisch im Büro und stützt den Kopf in die Hände

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Dieser Artikel ist Teil der Themenwelt Hochsensibilität. Auf der Übersichtsseite zu Hochsensibilität findest du weitere Beiträge, Podcastfolgen und praktische Tipps, wie du als hochsensibler Mensch deinen Alltag leichter gestalten kannst.

Du kommst abends nach Hause und hast objektiv gar nicht so viel geschafft. Trotzdem bist du komplett leer. Wenn du das kennst, geht es in diesem Artikel um dich – und um eine Art von Überforderung, die viele Hochsensible im Job kaum in Worte fassen können.

Wenn Erschöpfung keinen Grund zu haben scheint

Du prüfst deinen Tag im Kopf noch mal durch und findest keine Erklärung. Kein Konflikt, kein Vorfall, kein Zeitdruck, der objektiv außergewöhnlich gewesen wäre. Trotzdem ist da diese bleierne Leere. Bei vielen Hochsensiblen hat diese Erschöpfung wenig mit den Reizen im Büro zu tun, dem Lärm, dem Licht, den vielen Stimmen gleichzeitig. Sie entsteht woanders: innerlich, durch den ständigen Anspruch, mehr zu leisten und mehr aufzufangen, als eigentlich in einem Arbeitstag steckt.

Warum gerade Hochsensible so oft über ihre Grenze gehen

Wer hochsensibel ist, verarbeitet Eindrücke tiefer und gründlicher. Das gilt auch für Aufgaben: Du denkst sie nicht nur ab, du denkst sie durch, mit allen Eventualitäten und allen Menschen, die davon betroffen sein könnten. Dazu kommt ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, der dich fast automatisch mitverantwortlich fühlen lässt, wenn im Team etwas schiefläuft. Und ein starkes Harmoniebedürfnis, das ein Nein mehr Überwindung kostet als ein weiteres Ja. Diese Eigenschaften machen deine Arbeit oft besonders wertvoll. Sie machen sie aber auch anstrengender, weil du selten wirklich fertig bist mit einer Sache, bevor du zur nächsten übergehst.

Der Unterschied, der vieles verändert

Genau diese Unterscheidung ist der Hebel: Ist das gerade wirklich meine Aufgabe, oder übernehme ich es, weil ich das Gefühl von Überforderung bei jemand anderem nicht aushalte? Diese Frage allein schafft schon Abstand zum automatischen Ja. Ein einziger Satz reicht oft, um dir diesen Abstand zu verschaffen: "Lass mich kurz draufschauen, ich melde mich gleich."

Wenn es nicht nur ein Muster ist

Manchmal steckt hinter dieser Überforderung noch etwas Größeres: das leise Gefühl, dass die Rolle oder der Job an sich nicht mehr zu dir passt, und dass du dich Tag für Tag verbiegst, um zu funktionieren. Wenn das bei dir mitschwingt, ist das ein guter Moment, genauer hinzuschauen. Was ein erstes Gespräch dazu mit mir bedeutet und wie es abläuft, erzähle ich ausführlich in Folge 171.

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