Podcast · Folge 201

Wenn ein Duft dich sofort aus der Bahn wirft

Ein Duft reicht, und dir wird schlecht? Erfahre, warum Hochsensible Gerüche intensiver wahrnehmen und was dir im akuten Moment sofort hilft.

Frau hält sich verzweifelt die Nase zu und schließt angeekelt die Augen wegen eines unangenehmen Geruchs

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Manche Räume betrittst du, und noch bevor du dich umgeschaut hast, weißt du schon: Hier ist etwas zu viel.

Für die Kollegin neben dir ist es einfach nur ein Waschmittel oder ein Deo. Für dich ist es ein Reiz, der sofort Raum einnimmt: Kopfschmerzen, ein flaues Gefühl im Magen, der dringende Wunsch, einfach nur raus zu müssen. Wenn dir das bekannt vorkommt, bist du damit nicht allein, und du bist auch nicht überempfindlich. Bei hochsensiblen Menschen ist genau das ein sehr typisches Muster.

Warum ausgerechnet Gerüche so viel Kraft haben

Vergleich

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Wechsle zwischen den beiden Perspektiven und vergleiche, was sich stimmig anfühlt.

Dann wird der innere Spielraum kleiner. Ein erster Schritt ist, Reize zu reduzieren und eine Entscheidung zu vertagen, wenn sie nicht dringend ist.

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Von allen Sinnen ist der Geruchssinn der direkteste. Anders als visuelle oder akustische Reize wird ein Duft nicht erst über mehrere Zwischenstationen verarbeitet, sondern koppelt sich fast unmittelbar an dein limbisches System an, den Teil deines Gehirns, der für Emotionen und Erinnerungen zuständig ist. Das erklärt auch, warum ein einzelner Geruch dich manchmal sofort in eine ganz bestimmte Stimmung oder sogar in eine konkrete Erinnerung katapultieren kann.

Bei hochsensiblen Menschen ist die Reizverarbeitung insgesamt tiefer und gründlicher, das gilt für Geräusche und Licht genauso wie für Gerüche. Was bei anderen als Hintergrundrauschen verschwindet, bleibt bei dir präsent und verlangt Aufmerksamkeit. Das ist keine Schwäche der Nase, sondern ein Nervensystem, das gründlicher arbeitet, auch dort, wo das im Alltag manchmal einfach zu viel ist.

Was im Moment wirklich hilft

Ich mache das übrigens selbst so: Ich trage in solchen Momenten gerne ein kleines Tuch bei mir, das ich mit einem für mich angenehmen Duft versehe und mir bei Bedarf um den Hals lege oder ums Handgelenk binde. Wenn ich ehrlich bin, erinnert mich das an mein Schnuffeltuch aus Kindertagen, das musste damals überallhin mit, und auch wenn andere das seltsam fanden: Heute verstehe ich, dass es mir Sicherheit gegeben hat. Vertraute Gerüche können dich eben nicht nur überfordern, sie können dich genauso gut stützen. Deine Geruchsempfindsamkeit lässt sich also durchaus auch für dich nutzen, statt nur gegen dich zu arbeiten.

Deinen Alltag langfristig entlasten

Die Soforthilfe ist wichtig für den akuten Moment, aber sie ersetzt nicht die langfristige Frage: Wie kannst du deinen Alltag so gestalten, dass Gerüche dich seltener aus der Bahn werfen?

Wenn Gerüche nur einer von vielen Auslösern sind

Für viele hochsensible Menschen ist Geruch nicht der einzige Reiz, der schnell zu viel wird. Licht, Geräusche und ein voller Terminkalender kommen oft dazu, und irgendwann summiert sich das zu einer Erschöpfung, die schwer greifbar ist. Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur einzelne Reize zu managen, sondern regelmäßig zu prüfen, wie viel insgesamt gerade auf dich einwirkt.

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