Du kommst nach Hause, eigentlich ist nichts Schlimmes passiert – kein Streit, kein Notfall. Und trotzdem fühlt sich alles an, als könntest du gerade keinen einzigen Reiz mehr aufnehmen.
Genau darüber geht es in diesem Beitrag: Überstimulation. Also der Punkt, an dem dein Nervensystem mehr verarbeitet, als es gerade kann – und wie du das frühzeitig erkennst, bevor daraus ein kompletter Zusammenbruch wird.
Was Überstimulation eigentlich ist
Überstimulation bedeutet, dass dein Nervensystem mehr Reize aufnimmt und verarbeitet, als es in diesem Moment leisten kann. Das können äußere Reize sein – Geräusche, Licht, viele Menschen, Zeitdruck. Es können aber genauso innere Reize sein – Gedanken, Gefühle, Erwartungen, die du an dich selbst stellst.
Überstimulation ist keine Schwäche, sondern eine normale Reaktion eines Nervensystems, das gerade an seine Kapazitätsgrenze kommt.
7 Zeichen, dass dein Nervensystem gerade zu viel verarbeitet
- ✓Kleine Dinge fühlen sich plötzlich riesig an
- ✓Du reagierst gereizter, als du es eigentlich möchtest
- ✓Du willst nur noch weg
- ✓Dein Körper meldet sich (Stirndruck, flacher Atem, Anspannung)
- ✓Du kannst dich nicht mehr konzentrieren
- ✓Selbst kleine Entscheidungen werden unmöglich
- ✓Du funktionierst nach außen, bist innerlich aber nicht mehr da
Warum das bei hochsensiblen Menschen besonders oft passiert
Hochsensible Menschen verarbeiten Reize tiefer und gründlicher. Das ist einerseits eine Stärke, weil dadurch auch Nuancen und Zusammenhänge auffallen, die anderen entgehen. Andererseits bedeutet dieselbe Tiefe der Verarbeitung, dass die Kapazitätsgrenze schneller erreicht ist. Das heißt nicht, dass du “zu empfindlich” bist – es heißt, dass dein Nervensystem anders kalibriert ist.
Was dir im Moment wirklich hilft
Statt …
sofort weitermachen und die nächste Entscheidung treffen Lieber …
den Reizpegel senken: Licht dimmen, Raum wechseln, verschieben, was verschiebbar ist :::callout variant=accent title="Übung für den Moment" Wenn du eine kurze Übung brauchst, die dich schnell wieder erdet und nicht viel Zeit kostet: In Folge #197 nehme ich dich durch eine kurze Erdungsübung, die genau für solche Momente gemacht ist. :::
Wie du Überstimulation langfristig vorbeugst
Feste Erholungsfenster, realistische Tagespläne mit Puffer und die Erlaubnis, rechtzeitig Nein zu sagen, helfen, gar nicht erst so oft an die Belastungsgrenze zu kommen.
