Podcast · Folge 194

Wenn der Körper die Notbremse zieht – was Panikattacken mit Hochsensibilität zu tun haben

Panikattacken bei Hochsensiblen kommen selten aus dem Nichts. Erfahre, was wirklich dahintersteckt – und 3 Schritte, die dir im Moment sofort helfen.

Eine Frau mit langen braunen Haaren steht im Abendlicht an einem ruhigen Gewässer, die Arme leicht verschränkt, Augen geschlossen – ein Bild für bewusstes Durchatmen und innere Ruhe nach Überforderung

Podcast anhören

Das Herz rast. Die Brust wird eng. Der Atem geht nicht mehr richtig. Du weißt, dass du nicht in Gefahr bist – und trotzdem reagiert dein System so, als wärst du es. Dieser Moment hat einen Namen. Und er kommt selten wirklich aus dem Nichts.

Ich möchte dir erzählen, wann ich dieses Gefühl zum ersten Mal wirklich verstanden habe.

Mein Moment

Mein Vater ist plötzlich gestorben. Er war 60 Jahre jung. Wir hatten eine sehr tiefe Verbindung.

In den ersten Wochen danach habe ich funktioniert. Alles geregelt. Versicherungen, Behörden, die Beerdigung, die Unterlagen meiner Mutter. Ich war präsent, organisiert, da. Von außen hat das wahrscheinlich kompetent gewirkt. Von innen habe ich nicht wirklich gespürt, was gerade passiert. Ich war im Modus.

Und dann hat mein Körper entschieden: Jetzt reicht es.

Das war kein Herzinfarkt. Das war mein Nervensystem, das die Notbremse zog. Die Quittung dafür, dass ich so lange funktioniert hatte. So viel aufgenommen, gehalten und verarbeitet hatte – ohne mir selbst wirklich Raum zu geben.

Panikattacken kommen selten wirklich aus dem Nichts. Sie kommen, wenn ein System zu lange zu viel getragen hat.

Was Panikattacken wirklich sind

Viele hochsensible Menschen erleben irgendwann Panikattacken. Und die meisten haben vorher lange versucht herauszufinden, was mit ihnen nicht stimmt. Zu viel Kaffee? Zu wenig Schlaf? Zu viel Stress?

Warum Hochsensible besonders betroffen sind

Wenn du hochsensibel bist, verarbeitet dein Nervensystem mehr. Mehr Reize, mehr Zwischentöne, mehr Stimmungen – und mehr innere Verarbeitung, die von außen unsichtbar ist. Dein System läuft auf einem höheren Grundlevel. Nicht weil etwas nicht stimmt. Sondern weil du anders ausgestattet bist.

Wenn dann noch dazu kommt, dass du lange funktioniert hast, ohne echte Pausen, ohne echten Rückzug – dann ist das Nervensystem irgendwann so voll, dass selbst eine Kleinigkeit reicht, um den Alarm auszulösen. Eine Nachricht. Ein Geräusch. Manchmal gar nichts Erkennbares.

Woran du erkennst, dass dein System auf Alarm steht

Es gibt Signale, die einer Panikattacke oft vorausgehen – manchmal schon Stunden oder Tage vorher. Vielleicht erkennst du das hier:

  • ✓ Du bist angespannt, ohne zu wissen warum
  • ✓ Dein Schlaf ist unruhig, obwohl du müde bist
  • ✓ Kleinigkeiten machen dich unverhältnismäßig gereizt
  • ✓ Du atmest flacher als normal – merkst es aber erst, wenn du bewusst drauf achtest
  • ✓ Du hast das Gefühl, innerlich auf dem Sprung zu sein Das sind keine Zufälle. Das ist dein System, das dir früh sagt: Hier ist zu viel. Das Problem ist, dass viele hochsensible Menschen in diesem Moment noch mehr von sich verlangen. Noch eine Aufgabe, noch ein Gespräch, noch durchhalten. Und dann kommt der Moment, in dem der Körper das übernimmt.

Was in diesem Moment hilft

Was sich langfristig verändert

Panikattacken sind selten ein einmaliges Ereignis, wenn das Grundmuster nicht angeschaut wird. Das Grundmuster bei hochsensiblen Menschen ist oft dasselbe: zu lange zu viel aufgenommen, zu wenig echte Pausen, zu viele Signale des Körpers ignoriert.

Ich nehme mein System ernst. Bevor es selbst die Notbremse ziehen muss.

Das könnte dich auch interessieren