

Diese Podcastfolge ist Teil der Themenwelt Hochsensibilität. Auf der Übersichtsseite zu Hochsensibilität findest du weitere Beiträge, Podcastfolgen und praktische Tipps, wie du als hochsensibler Mensch deinen Alltag leichter gestalten kannst.
Nicole · Frau Sensibel · 3 min Lesezeit
zuletzt aktualisiert am 18.07.2026
Du kommst nach Hause, hast den ganzen Tag funktioniert, und stehst dann in deiner Küche und merkst: Du bist gar nicht richtig da. Kennst du das?
Wenn du hochsensibel bist, nimmt dein Nervensystem den ganzen Tag über besonders viel auf: Geräusche, Stimmungen, unausgesprochene Spannungen, Hektik. Irgendwann ist es einfach zu viel, und dein System schaltet in eine Art Autopilot. Du funktionierst noch, aber du bist nicht mehr wirklich in deinem Körper.
Erdung bedeutet: Du spürst dich selbst. Deine Füße auf dem Boden, deinen Atem, die Grenze zwischen dir und der Welt da draußen. Fehlt diese Verbindung, fühlst du dich schnell überreizt, dünnhäutig oder wie ferngesteuert.
Die gute Nachricht: Erdung lässt sich üben, ohne besondere Zeit oder Umgebung.
Erdungsübung
1. Füße spüren. Stell beide Füße bewusst auf den Boden. Spüre den Kontakt zum Untergrund, der dich trägt.
2. Bewusst ausatmen. Ein Ausatmen, als würdest du eine Last abgeben, die nicht deine ist.
3. Fünf Dinge benennen. Schau dich um und benenne innerlich fünf Dinge, die du siehst, ohne zu bewerten.
4. Hand auflegen. Eine Hand auf Brust oder Bauch legen, die Wärme spüren und innerlich sagen: Ich bin hier. Es ist jetzt. Ich bin sicher.
Die ganze Übung dauert etwa eine Minute. Sie holt dich aus dem Gedankenkarussell zurück in deinen Körper, bevor du entscheidest, was du als Nächstes brauchst.
„Ich bin hier. Es ist jetzt. Ich bin sicher.”
Wie oft sollte ich die Übung machen?
Du kannst sie akut in Überforderungsmomenten nutzen oder als festes Ritual einbauen, zum Beispiel als Übergang zwischen Job und Feierabend.
Was, wenn ich mich dabei komisch fühle?
Das ist normal, besonders am Anfang. Erdung ist Übungssache, je öfter du sie machst, desto vertrauter wird sie deinem Nervensystem.
Hilft die Übung auch bei Panikgefühlen?
Sie kann eine erste Unterstützung sein, ersetzt aber keine Behandlung bei starken Angst- oder Panikzuständen. Sprich in dem Fall gerne mit einer Fachperson.
Wenn du merkst, dass solche Momente bei dir sehr häufig sind, oder dass du generell das Gefühl hast, ständig neben dir zu stehen, lohnt sich oft ein genauerer Blick darauf, was in deinem Alltag oder Job strukturell zu viel von dir verlangt.
Überforderung begleitet dich öfter im Alltag?
Buch dir gerne ein kostenfreies Orientierungsgespräch. Wir schauen gemeinsam auf deine konkrete Situation und darauf, was strukturell zu viel von dir verlangt.