

Scanner
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Nicole · Frau Sensibel · 8 Min. Lesezeit
Heute möchte ich mal für Nicht-Scanner versuchen zu erklären, was es bedeutet, eine sogenannte Scanner-Persönlichkeit zu sein. Mit einem Bild aus Klemmbausteinen, das mir bei der Vorbereitung eines Workshops aufgefallen ist.
Ein Bild zum Verstehen
Stell dir vor, du hast Klemmbausteine, von mir aus ein ganzes Zimmer davon voll, in allen möglichen Farben, Formen und Größen. Jetzt betrittst du dieses Zimmer und dir wird gesagt, du kannst damit spielen.
Also fängst du an und überlegst dir, was du kreieren willst. Vielleicht ein Haus, eine Landschaft oder irgendetwas ganz anderes, und du fängst an.
Und nach kurzer Zeit erklärt man dir, dass du jetzt nur noch die grünen Bausteine benutzen darfst. Alle Formen und Größen, aber nur noch die Farbe Grün.
Und so geht es einer Scanner-Persönlichkeit, der du sagst: „Beschränk dich doch mal auf ein Thema“ oder „Mach doch mal etwas fertig.“
Scanner verbinden viele Dinge miteinander:
✓ Erfahrungen von früher
✓ was sie gelernt haben
✓ was sie erfahren haben
✓ was sie schon umgesetzt haben
Und daraus bilden sie kreative Ideen. Jetzt sollen sie sich aber nur auf eine Farbe, eine Sache konzentrieren. Und genau da liegt die Herausforderung.
Wenn ich meine Kreativität nicht nutzen darf, wenn ich nicht alle meine Ideen und Verbindungen nutzen darf, dann bin ich eingeschränkt. Bestimmt kann ich mit dieser einen Farbe, egal ob grün, gelb, rot oder blau, auch ein Haus bauen. Aber wie sieht das dann aus? Es ist irgendwie schlicht. Es ist trist. Vielleicht sind auch gar nicht so viele Steine da.
Vielleicht werde ich dadurch so begrenzt, dass ich gar keine Ideen mehr habe. Und genau in dem Moment, wo diese Begrenzung stattfindet, ist für einen Scanner schnell das Thema Scanner-Langeweile da.
Läuft so ab: Ich beschäftige mich mit einem Thema und habe nach circa 80 Prozent genug davon. Jetzt darf ich nur diese grünen Klemmbausteine benutzen.
Am Anfang ist es vielleicht noch einfach. Ich habe eine grüne Platte, bastel den Rasen nach, stelle irgendwas auf. Dann möchte ich vielleicht was anderes bauen, ich kann auch noch ein Haus bauen damit. Aber es ist alles sehr trist, und ich kann meiner Fantasie und meinen Ideen nicht so viel Ausdruck verleihen, wie ich Interessen, Gedanken und Ideen dazu hätte.
Und das beschreibt meines Erachtens die Identität, das Denken, das Fühlen, das ganze Sein einer Scanner-Persönlichkeit.

In dem Moment, wo eine Begrenzung herrscht, bekommt man Langeweile, und diese Scanner-Langeweile führt dann zu Frustration. Also warum nicht alle Bausteine benutzen?
Was passiert, wenn ich alle Bausteine benutzen darf? Ich kann eine Landschaft erschaffen, die abwechslungsreich ist. Es ist nicht alles eintönig.
Wenn du begrenzt wirst, wird es schnell langweilig. Und gegen diese Scanner-Langeweile helfen verschiedene Impulse und Ideen.
Das ist auch meines Erachtens der Grund, warum ich zum Beispiel nicht ein Buch einfach von vorne bis hinten durchlesen kann. Wenn ich ein Buch lese, habe ich ganz schnell beim ersten oder zweiten Kapitel meistens schon die Idee: „Mensch, da habe ich schon mal was drüber gelesen, in einem anderen Buch.“ Dann recherchiere ich im Internet oder suche in anderen Büchern oder in meinen Aufzeichnungen.
Wenn ich mich jetzt aber nur auf dieses eine Buch begrenzen müsste, hätte ich schnell die Lust verloren. Das heißt, ich lese meist zwei, drei Bücher parallel und mache mir auch dazu parallel Notizen.
Oder wenn ich etwas Neues lerne, vielleicht eine Sprache: Am Anfang ist es total spannend, weil es ganz neu ist und man erst mal damit zurechtkommen muss. Das hat auch mit diesen unbewussten Kompetenzen zu tun. Ich bin der Meinung, dass Scanner-Persönlichkeiten Meister der unbewussten Kompetenz sind.
In diesen vier Stufen des Erlernens einer Fähigkeit starten wir mit der unbewussten Inkompetenz. Ich mache das mal am Beispiel vom Autofahren:
1. Unbewusste Inkompetenz: Wenn du in die Fahrschule gehst, weißt du meist noch nicht, dass du es nicht kannst. Du denkst: „Das wird schon nicht so schwer sein.“
2. Bewusste Inkompetenz: Du versuchst es und merkst, da sind viele Dinge zu beachten, die du noch gar nicht kannst. Dir wird bewusst, dass du es nicht kannst.
3. Bewusste Kompetenz: Du lernst die Fähigkeit und kannst sie bewusst anwenden. Du machst vielleicht noch Fehler, aber du weißt, dass du zum Beispiel einen Schulterblick machen musst.
4. Unbewusste Kompetenz: Durch regelmäßiges Üben wird die Fähigkeit ein Teil von dir. Es geht wie von selbst, du denkst nicht mehr darüber nach.
Manchmal fahre ich mit dem Auto, und wenn ich am Ziel angekommen bin, überlege ich noch: „Wie bin ich jetzt da hingekommen?“ Man kann sich gar nicht mehr an den Weg erinnern. Das ist diese unbewusste Kompetenz. Ich habe gelernt, diese Fähigkeit für mich zu nutzen.
Jetzt bin ich in diesem Raum und stelle fest, dass ich nur die grünen Bausteine benutzen darf. In dem Moment wird mir klar, dass ich in meinen Fähigkeiten beschränkt werde. Egal um welche Fähigkeit es geht:
✓ ob es das Lesen ist
✓ irgendwas kreieren
✓ erstellen oder sonstige Dinge
In dem Moment, wo du begrenzt wirst, wird es langweilig als Scanner. Scanner-Langeweile hat damit zu tun, dass man nicht mehr den kompletten Raum für sich hat, dass man in eine Begrenzung kommt.
Das ist für Scanner wirklich schwierig und herausfordernd. Und das kann auch zu Bore-out führen.
Wenn du einen Scanner kennst, oder Menschen, von denen du vielleicht noch gar nicht weißt, dass sie Scanner sind, oder die es selbst noch nicht wissen:
→ die ständig hin und her hoppen
→ die verschiedenste Interessen haben
→ das aber alles miteinander koppeln
Dann zählt diese Person vermutlich zu den Scanner-Persönlichkeiten. Vielleicht machst du Dinge auch nur zu 80 Prozent fertig, weil du einfach nicht mehr brauchst. Du fühlst dich damit wohl, weil du diese Kompetenz erreicht hast. Dann kannst du zum nächsten Thema übergehen.
Und wenn du das Gefühl hast, dass es dir selbst so geht, aber du nicht genau weißt, wie du damit umgehen kannst, dann melde dich gerne bei mir.
Magst du das gemeinsam anschauen?
Wenn dich deine Scanner-Langeweile gerade beschäftigt, lass uns in Ruhe sprechen. In einem kostenlosen Orientierungsgespräch schauen wir, was dir guttun würde.