Podcast · Folge 193

Vom Funktionieren zurück zu dir – in drei Etappen

Du funktionierst – aber verlierst dich dabei? Warum Veränderung nicht beim Nein-Sagen beginnt und wie du in drei Schritten zurückfindest.

Eine junge Frau mit hochgesteckten Haaren sitzt entspannt auf einem grauen Sofa, den Kopf leicht auf die Hand gestützt und blickt ruhig in die Ferne – ein Bild für stille Selbstreflexion und innere Einkehr

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Der Weg zurück zu dir beginnt nicht damit, endlich Nein zu sagen oder endlich Grenzen zu setzen. Er beginnt früher. Viel früher.

In der letzten Folge habe ich vom Anpassungs-Sicherheitsprogramm erzählt. Von diesem inneren System, das gelernt hat: „Wenn ich mich anpasse, bin ich sicher.” Heute geht es um den Satz, der für mich damals alles auf den Punkt gebracht hat:

Ich funktioniere hier zwar, aber ich verliere mich dabei.

Und um die Frage: Wie findest du wieder zurück?

Warum die meisten zu spät anfangen

Feinfühlige, vielbegabte Frauen kommen zu mir und sagen:

  • ✓ Ich will endlich Nein sagen.
  • ✓ Ich will endlich klar entscheiden.
  • ✓ Ich will endlich sichtbar werden.
  • ✓ Ich will endlich meinen eigenen Weg gehen. Das verstehe ich so gut. Aber hier ist der Haken: Sie beginnen direkt bei der Umsetzung. Beim Gipfel. Und wenn dein inneres System dabei noch Alarm schlägt, fühlt sich jeder dieser Schritte sofort wieder unsicher an.

Der Weg zurück beginnt deshalb nicht mit dem Gipfel. Er beginnt mit dem Boden unter deinen Füßen.

Die drei Etappen zurück zu dir

Ich denke bei diesem Weg gern in einem Bild: einer Expedition. Die Reihenfolge ist dabei das Wichtigste.

Woran du echte Veränderung erkennst

Echte Veränderung erkennst du nicht daran, dass du nie wieder zweifelst.

Du erkennst sie daran, dass du dich im Zweifel nicht mehr automatisch verlässt.

Es ist nicht der große Knall. Nicht das perfekte Vorher-Nachher. Es sind die leisen, entscheidenden Momente. Eine Klientin erkennt ihr Nein früher. Eine andere hört auf, ihre Klarheit sofort wieder zu relativieren. Eine andere trifft eine Entscheidung – und geht danach nicht mehr automatisch in die Selbstanklage.

Ich habe verstanden, dass ich genug bin, wie ich bin. Dass ich mich nicht verändern muss, um mich zu entwickeln.


Dein nächster Schritt darf klein sein

Vielleicht spürst du beim Lesen gerade ein leises „Ja. Genau darum geht es.” Und vielleicht gleichzeitig einen Teil, der sofort prüft: „Darf ich das wirklich? Ist das jetzt der richtige Zeitpunkt? Bin ich bereit genug?”

Das ist verständlich. Und es ist genau dieser Teil, der noch Sicherheit sucht. Dein nächster Schritt beginnt vielleicht nicht mit völliger Sicherheit. Sondern einfach mit der Entscheidung, dich selbst ernst zu nehmen.



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