Ich habe früh die Erfahrung gemacht, dass ich irgendwie anders bin. Dadurch haben sich auch bei mir bestimmte Glaubenssätze manifestiert.
Drei davon begleiten mich besonders lange:
1. Meine Wahrnehmung ist falsch
Hochsensible nehmen Feinheiten in ihrer Umwelt wahr, die Normalsensible nicht wahrnehmen. Das führt oft zu Unverständnis. Hochsensible neigen dann schnell dazu, den „Fehler“ bei sich zu suchen. Das fängt meist schon in der Kindheit an.
Vielleicht hast du zum Beispiel schon mal einen Streit „gerochen“, oder einen Raum betreten und gespürt, dass „etwas in der Luft liegt“? Oder wird es dir schnell zu laut, zum Beispiel in einer Menschenmenge? Oder ungemütlich, wenn die Bettdecke nicht richtig liegt? Mich nannten sie dann „Prinzessin auf der Erbse“ oder „Sensibelchen“.
Oft konnte ich auch die Traurigkeit anderer spüren und wusste nicht damit umzugehen. Habe dann geweint und konnte das nicht mal erklären.
Viele Hochsensible beschließen oft schon im Kindesalter, ihrer Wahrnehmung und sich selbst nicht mehr zu vertrauen. Sie betrachten sich selbst als falsch. Erst als Erwachsene kommen sie wieder in Kontakt mit ihren besonderen Antennen und Talenten.
2. Starkes Harmoniebedürfnis
Hochsensible haben oft ein großes Harmoniebedürfnis, denn Konflikte sind für sie wesentlich anstrengender als für Normalsensible. Wenn sie angefahren werden, sind sie von der heftigen Energie oft erst mal überwältigt. Schlagfertig reagieren? Keine Chance.
Darauf folgt oft das Deep Processing, also das lange Bearbeiten des Konflikts im Inneren.
Das läuft bei mir zum Beispiel wie eine Art Kinofilm, den ich mir immer wieder ansehe. Ich betrachte mich selbst, meine Muster, was hätte ich anders tun oder sagen können? Ich betrachte das Ganze immer wieder auf verschiedenen Ebenen und fühle mich in die Situation des anderen ein, das familiäre Gefüge, die Umgebung, einfach alles. Während Normalsensible einen Konflikt vielleicht als eine Art reinigendes Gewitter wahrnehmen, ist er für Hochsensible eine echte Herausforderung.
Sich spontan behaupten zu können, fällt schwer. Oftmals wählen sie eher den Rückzug und geben sich geschlagen. Oft finden sie erst zu ihrer Haltung zurück, wenn sie sich sortiert haben. Manchmal ist es dann zu spät, um für sich einzutreten.
Hier hilft es, darum zu bitten, die Dinge an einem gemeinsamen späteren Termin zu besprechen. So kannst du dir vorher Gedanken machen und hast die Möglichkeit, dir deiner Position klar zu werden. Beim Gegenüber sind bis dahin oft die Emotionen verflogen, sodass man sich achtsamer begegnen und eine gute Lösung finden kann.
3. Ich bin (hier) verkehrt
Du wirst dich nicht richtig fühlen, wenn du nicht unter Gleichgesinnten bist. Hochsensible brauchen den Austausch untereinander. Sie übernehmen den Glaubenssatz, wenn dieser Austausch fehlt. Und das führt dann irgendwann dazu, dass sie resignieren und zu dem Schluss kommen: Ich bin verkehrt.
Zusammenfassend möchte ich sagen: Egal, welche Glaubenssätze dich begleiten, du hast es in der Hand und kannst etwas verändern.
Der beste Zeitpunkt dafür ist immer jetzt. Also trau dich einfach und geh den ersten Schritt, folge meinen Impulsen und melde dich für ein Orientierungsgespräch.
