Podcast · Folge 187

Ich dachte, ich bin nicht hochsensibel – bis ich mich endlich verstanden habe

Du bist gern unter Menschen und fragst dich trotzdem, ob du hochsensibel bist? Diese Folge erklärt, warum viele HSE sich lange nicht erkennen.

Frau zwischen lebendigem Austausch und ruhigem Rückzug – Symbol für hochsensible extrovertierte Menschen (HSE)

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Warum du dich in keiner HSP-Beschreibung wiederfindest – und trotzdem hochsensibel sein kannst

Du beschäftigst dich mit Hochsensibilität – und hast gleichzeitig das Gefühl: Ein Teil von mir passt da rein. Und ein anderer Teil irgendwie nicht. Genau dieses „Dazwischen” ist oft kein Widerspruch, sondern ein Hinweis.

Du liest Artikel, hörst Podcasts oder machst einen Test. Und plötzlich ist da dieses gespaltene Gefühl: „Ja, das passt total zu mir.” – und gleichzeitig: „Irgendwie aber auch nicht.”

Du erkennst dich nicht vollständig wieder. Nicht in dem Bild von jemandem, der sich ständig zurückzieht. Nicht in dem Bild von jemandem, der schnell überfordert ist oder am liebsten allein ist. Im Gegenteil: Du bist gern unter Menschen. Du magst Austausch, Gespräche, Lebendigkeit.

Dann kann ich ja nicht hochsensibel sein.

Viele hören genau an diesem Punkt auf, weiter hinzuschauen. Dabei liegt hier oft der entscheidende Moment.

Wenn Erleben und Verhalten nicht zusammenpassen

Was stattdessen oft passiert: keine große Erkenntnis – sondern leise Irritationen im Alltag.

Dann taucht diese Frage auf: „Warum kippt das immer so plötzlich?” Von außen wirkt das oft unspektakulär. Aber innerlich ist es viel – oft mehr, als du dir lange eingestehen wolltest.

Das Bild von Hochsensibilität ist oft zu eng

Viele Menschen haben ein sehr klares Bild von Hochsensibilität: leise, zurückhaltend, schnell überfordert. Und ja – das ist eine Form davon. Aber nicht die einzige.

Wenn du beides bist: lebendig und feinfühlig

Vielleicht bist du jemand, der gern erlebt. Der Austausch braucht, um sich inspiriert zu fühlen. Der Gespräche liebt, Ideen entwickelt, sich verbindet. Und gleichzeitig nimmst du sehr viel wahr: Stimmungen, Zwischentöne, unausgesprochene Erwartungen, kleinste Veränderungen im Raum.

Während du mitten im Geschehen bist, fällt dir das oft gar nicht auf. Erst danach – wenn es ruhig wird – beginnt dein System, all das zu verarbeiten, was vorher einfach „mitgelaufen” ist.

Das eigentliche Missverständnis

Viele denken, sie müssten sich entscheiden: entweder extrovertiert oder hochsensibel. Aber vielleicht ist genau das der Denkfehler.

Das ist kein Widerspruch. Es ist einfach eine Kombination, über die viel seltener gesprochen wird.

Warum du dich lange nicht erkannt hast

Wenn dein Verhalten nicht zu dem Bild passt, das du kennst, erkennst du dich oft selbst nicht. Du liest Beschreibungen und denkst: „So bin ich nicht.” Und übersiehst dabei all das, was eigentlich sehr wohl zutrifft. Nicht weil du nicht hinschauen willst – sondern weil die Beschreibung zu eng ist. So entsteht dieses Gefühl, irgendwo dazwischen zu sein.

Was sich verändert, wenn du genauer hinschaust

Es wird klarer, wenn du aufhörst, nur dein Verhalten zu bewerten – und anfängst, dein inneres Erleben ernst zu nehmen. Wenn du nicht mehr nur fragst: „Wie wirke ich nach außen?” sondern: „Was passiert eigentlich in mir?”

Was dir im Alltag wirklich hilft

Du brauchst nicht weniger Leben. Nicht weniger Menschen. Nicht weniger Austausch. Aber du brauchst einen bewussteren Umgang mit deiner Energie.

  • ✓ Nicht nur planen, was du tust – sondern auch, was danach kommt
  • ✓ Früher wahrnehmen, wann es innerlich enger wird
  • ✓ Ehrlich hinschauen, was dich etwas kostet – auch wenn es sich gut anfühlt
  • ✓ Dir erlauben, dich nicht in eine feste Schublade einordnen zu müssen

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