Tool · Hochsensibel Klarheit Interaktiv 3 Min

Ist das meins? Eigene Gefühle von übernommenen Stimmungen unterscheiden

Frau liegt mit geschlossenen Augen und Kopfhörern auf einer Decke im Gras, eine Hand ruht auf ihrer Brust

Du betrittst einen Raum und weißt sofort, dass etwas nicht stimmt. Nach einem Telefonat bist du gereizt, obwohl das Gespräch freundlich war. Viele Hochsensible nehmen Stimmungen anderer so deutlich wahr, dass sie sie für ihre eigenen halten. Diese vier Fragen helfen dir, auseinanderzuhalten, was zu dir gehört.

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Ist das meins?

Übungsschritte als Text lesen
  1. Halte kurz inne und benenne, was du spürst.
  2. Beantworte die drei Fragen nach dem Zeitpunkt, dem Zusammenhang und der Verbindung zu einer Person.
  3. Lies, was dein Ergebnis nahelegt.
  4. Wähle einen kleinen Schritt, der dir jetzt guttut.

Was spürst du gerade?

  • Unruhe
  • Traurigkeit
  • Gereiztheit
  • Angst
  • Schwere
  • Anspannung
  • Leere

Seit wann ist das Gefühl da?

  • War schon heute Morgen da
  • Seit einer bestimmten Begegnung oder einem Telefonat
  • Kam plötzlich in einem Raum oder einer Gruppe
  • Weiß ich nicht

Passt das Gefühl zu dem, was du heute selbst erlebt hast?

  • Ja, ich verstehe es
  • Teilweise
  • Eigentlich nicht

Denk kurz an die Person oder Situation. Wird das Gefühl dabei stärker?

  • Ja, deutlich
  • Ein bisschen
  • Nein

Diese Auswertung ist eine Einladung zur Reflexion und keine Diagnose.

Eher deins: Dieses Gefühl scheint zu dir zu gehören, und es darf da sein. Frag dich: Was brauche ich gerade? Ruhe, Bewegung, ein Gespräch oder etwas zum Aufschreiben?

Eher übernommen: Es sieht so aus, als hättest du etwas von jemand anderem mitgenommen. Das zeigt, wie fein du wahrnimmst. Du darfst es wieder dort lassen, wo es hingehört. Probier dieses kleine Ritual: Wasch dir bewusst die Hände und sag dir dabei innerlich: Ich sehe, was du trägst. Ich muss es nicht für dich tragen.

Gemischt: Wahrscheinlich ist beides dabei: etwas von dir und etwas, das du aufgenommen hast. Kümmere dich zuerst um deinen Anteil, dann darf der Rest gehen.

Das ist eine Orientierung, kein Urteil. Gefühle lassen sich nicht immer sauber trennen.

Wann dir das hilft

Deine Kollegin war heute angespannt. Jetzt sitzt du zu Hause, bist unruhig und weißt nicht, warum. Eigentlich war dein Tag gut.

So funktioniert es

  1. Halte kurz inne und benenne, was du spürst.
  2. Beantworte die drei Fragen nach dem Zeitpunkt, dem Zusammenhang und der Verbindung zu einer Person.
  3. Lies, was dein Ergebnis nahelegt.
  4. Wähle einen kleinen Schritt, der dir jetzt guttut.

Warum das wirkt

Wer ein Gefühl benennt und einordnet, gewinnt Abstand zu ihm. Die Frage „Ist das meins?“ unterbricht den Automatismus, jede Stimmung sofort zu übernehmen und dafür eine Lösung zu suchen.

Tipps für den Alltag

Stell dir die Frage direkt nach Begegnungen, nicht erst abends. Leg dir ein festes kleines Ritual zum „Abgeben“ zu, etwa Hände waschen, Jacke ausziehen, einmal tief ausatmen. Wenn dich übernommene Gefühle sehr oft und sehr stark belasten, lohnt sich eine Begleitung.

Passend dazu im Podcast

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